Wie aus dem Kölner Kater Felix - Sir Finnegan von Schattenfell wurde

 

"Die Legende der Schwarzen Kater und der Magischen Bäume“

erzählt nach den alten Aufzeichnungen der Nekropolis

Es war in jenen Tagen, als die Nekropolis noch jung war, verborgen tief unter der Erde, in Schatten gehüllt und bewacht von alten Wesen, deren Namen in der Menschenwelt längst vergessen sind. Xena, die Hohewächterin der Tiefe, Herrin der verborgenen Pfade und Bewahrerin uralter Weisheit, wandelte in ihrer Halle aus schwarzem Marmor, als sie zum ersten Mal den Ruf der Erde vernahm.

Die Menschenwelt oben veränderte sich. Sie wurde lauter, ruheloser, und viele Tiere verloren ihren Platz darin. Unter ihnen besonders jene, die einst als heilig galten – die schwarzen Kater mit Augen wie Bernstein. Einst Gefährten von Sehern und weisen Frauen, nun oft missverstanden, gefürchtet oder allein.

In einer der verborgenen Kammern der Nekropolis, wo die Wurzeln der Welt sich kreuzen, saß Xena bei einer alten Eibe, die man Wächterin der Schwelle nannte. Der Baum flüsterte von einem Kater namens Felix, der in den Schatten Kölns lebte. Ein Kater mit reinem Herzen und großer Tapferkeit. Verfolgt von einem wütenden Dackel, suchte er Zuflucht und sprang — aus Furcht, aber auch aus instinktiver Kraft — in die Krone des alten Baumes in der Merheimer Heide.

Doch dies war kein gewöhnlicher Baum. Es war einer der seltenen magischen Bäume, deren Wurzeln bis tief in die unterirdischen Städte reichten. Bäume, die im Verborgenen lebten, ihre Magie nur jenen offenbarend, die vom Schicksal auserwählt waren.

Felix hörte die Stimme im Innern. Sie fragte nicht nach seinem Stammbaum, nicht nach seiner Herkunft – nur nach seinem Herzen. „Willst du weiterleben, nicht als gewöhnlicher Kater, sondern als Hüter der Magie?“ Und Felix, mit schnurrendem Stolz und einem leicht rebellischen Zucken des Schweifs, sagte: „Warum eigentlich nicht?“

So wurde aus Felix der erste von vielen – Sir Finnegan von Schattenfeld, ein magischer Kater mit bernsteinfarbenen Augen, deren Farbe sich zu tiefem Safirblau wandelt, wenn alte Kräfte erwachen.

Xena aber sah das Licht, das Finnegan in sich trug, und sie sprach einen neuen Erlass:

Von nun an sei es so: Wenn ein schwarzer Kater, geführt von Herz und Mut, aus Not oder Bestimmung auf einen dieser Bäume springt, so möge ihm der Pfad zur Tiefe offenbart werden. Doch nur, wer den Ruf vernimmt, wird den Weg finden. Und nur, wer ihn mit Würde betritt, darf bleiben.

Sie ließ diesen Spruch in die Runenhalle der Nekropolis meißeln, verborgen unter den Städten dieser Welt — denn es gibt nicht nur eine Nekropolis, sondern viele. Unter Bremen, unter Köln, unter Wien und Prag, unter Mexiko und Indien, unter Afrika und dem Nordpol – überall, wo die Wurzeln der Erde tief greifen.

So spricht seither die Legende der schwarzen Kater:

„Siehst du einen schwarzen Kater mit bernsteinfarbenen Augen, der still in die Ferne blickt – so kann es sein, dass er den Ruf vernommen hat.“

Worte von unserem Sir Finnegan von Schattenfeld (vormals bekannt als Felix aus der Merheimer Heide)

„Also… wer mich kennt, weiß: Ich war nie nur ein gewöhnlicher Kater. Ich hatte Stil. Schon als Felix, ja. Aber seitdem ich auf den Baum gesprungen bin – na hör mal – läuft der Laden hier unten ganz anders. Da oben haben se mich gejagt, hier unten werd ich hofiert.

Und nur mal so unter uns: Das war kein Sprung, das war ein geschmeidiger Aufstieg. Ich hab den Dackel ja nur spielen lassen, ne?

Aber wat ich euch Menschen sagen will:

Wenn ihr mal einen schwarzen Kater seht, der länger als nötig auf 'nem Ast sitzt und aussieht, als würde er tief über das Universum nachdenken – dann lasst ihn mal machen. Vielleicht wartet er auf den Ruf.

Und noch eins:

Wat de hät, dat hät. Wat kütt, dat kütt.

Und wat springt, dat springt – mit Herz und mit Stil.“

Euer ergebener Sir Finnegan von Schattenfell

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